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Die Wüste Namib

Die Wüste Namib, die älteste Wüste der Welt, ist durchzogen von Schluchten und Canyons, darunter auch der Sesriem Canyon und der Kuiseb Canyon. Die Farben der Dünen, besonders bei Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang und die Harmonie und Einzigartigkeit an so vielen Stellen machen einen kurzen Aufenthalt in der Wüste Namib für jeden, der Namibia wirklich kennen lernen möchte, zu einem Muss. Der rote Sand kam vermutlich vor 3 bis 5 Millionen Jahren aus der Kalahari. Er wurde vom Fluss Orange zum Ozean gespült und von den Benguelawinden nach Norden getrieben, wo er an der Küste abgelagert wurde. Mit der Zeit hat der Wind die Dünen der Wüste geformt und dadurch ihre seltsame und komplexe Silhouette kreiert. Diese scheinbar aride Landschaft ist ein komplexes Ökosystem welches nur durch den feuchten Nebel, der aus Richtung Atlantik hier herüber gebracht wird, überleben kann.

Nur einige Kilometer von Kuangukuangu entfernt liegt nahe der berühmten Sossusvleidünen das „NamibRand“ Naturreservat, welches weltweit das viertgrößte private Naturreservat ist. Ursprünglich bestand das Land aus einigen in den 50er Jahren entstandenen Farmen, die die landwirtschaftliche Nutzung der Wüste mehr schlecht als recht möglich machte. Einige harte Dürrejahre in den 80ern zeigten, dass eine ertragreiche Bewirtschaftung einfach nicht möglich war.
Die Ansiedlung von Wild war die einzige Möglichkeit, und das überlebte bis heute auf der Gorassisfarm, die von Albi Brückner geführt wird. Brückner kaufte 1988 zwei benachbarte Farmen; sie wurden das Herzstück des Reservates, welches sich seitdem immer weiter ausbreitete. Mittlerweile gibt es mehrere Pächter, die Geld in das Reservat gesteckt haben und ein paar Betreiber sind lizenziert, bestimmte Gebiete für den Tourismus zu nutzen. Das Reservat hat eine reichhaltige und mannigfaltige Flora und Fauna.
Ungefähr eine Stunde Fahrzeit von Kuangukuangu entfernt liegt Sossusvlei, eine Gegend, die alte Diamantenminen beherbergt, welche vor ca. 20 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Sossusvlei bildet mit einer Höhe von 300 m das Zentrum des „Dünenmeeres“ und besticht durch atemberaubende Farben, die kräftiger sind als die einer Zeichenpalette. Reiner Quarzsand gibt den Dünen einen schönen roten Farbton.
Sossusvlei kann von Sesriem aus über eine 64 km lange Straße erreicht werden. Wir empfehlen, dass Sie sehr früh aufbrechen, um die Dünen von Sossusvlei bei Sonnenaufgang zu erleben. Ein See, der, wenn es nicht ausnahmsweise regnet, ausgetrocknet ist (Deadvlei) trägt zum Zauber Sossusvleis bei, während sich am Horizont die Naukluftberge erstrecken. Tipp: Erkunden Sie die Wüste vom Heißluftballon aus, Sie werden einen atemberaubenden Blick über die Dünen haben. (Halbtagestour).

Swakopmund und die Walvisbucht

Swakopmund, die zweitgrößte Stadt in Namibia und traditionell die „Sommerhauptstadt“ des Landes, ist einer der ungewöhnlichsten Orte in diesem ungewöhnlichen Land. Sie nähern sich der Stadt durch die endlosen Weiten der Wüste Namib, einem der größten Wildnisgebiete weltweit. Dann tauchen im Nebel (es ist morgens und am späten Nachmittag fast immer neblig) bayrische Kirchtürme und kunstvolle deutsche Architektur auf. Die Stadt ist eine bunte Mischung von Boheme und bayrischem Stil und Heimat einer lebendigen Mischung von Künstlern, Hippies, Nachfahren deutscher Einwanderer, stattlicher Hererofrauen in viktorianischen Kostümen und hart gesottener Minenarbeiter, Wildhüter, Safariführer und Fischer. In kulturellen Meltingpot Swakopmund treffen Romantik und Geschichte, alt und neu, aufeinander.
Nachts findet man in Swakopmund alles vom Roulette im Casino über ausgelassene Partys in den Bars und Restaurant bis hin zu einer Auswahl von Theater, Musik und kulturellen Ereignissen. Wenn Sie erst einmal den „Schock“ überwunden haben, inmitten einer der unmenschlichsten Wüsten der Welt mit noch unmenschlicheren Küsten ein kleines Stück Bayern zu finden, wird Sie dieser Ort verhexen. Vor den Toren der Stadt befindet sich eine Mondlandschaft: nicht enden wollende Hügelformationen, die aussehen wie Bilder aufgenommen auf dem Mars oder im Meer der Einsamkeit. Diese Gegend sollte am besten bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang besichtigt werden. Ein bisschen weiter landeinwärts befindet sich im Flussbett des Khan die Goanikontesoase, eine Quelle frischen Wassers in der so dürren Wüste. Für Botaniker findet sich hier das, was oft als „lebendige Fossile“ bezeichnet wird: der gigantische Welwitschia mirabilis. Diese außergewöhnlichen Bäume werden nie höher als zwei Meter, aber die größeren Exemplare haben Stämme, die bis zu vier Metern Durchmesser haben können. Der Baum hat nur zwei Blätter, die in entgegen gesetzte Richtungen wachsen. Wenn eins der Blätter abstirbt, stirbt der ganze Baum. Die ältesten Exemplare dieser Pflanze sind 2000 Jahre alt, während die jüngsten im Durchschnitt 500 bis 600 Jahre alt sind.

Außerhalb von Swakopmund wurden einige Dünen für Erholungszwecke gestaltet: hier besteht die Möglichkeit zum Sandboarden oder zum Skifahren auf dem Sand, zu Quadfahrten, Kamelritten und Geländefahrten. Swakopmund bietet auch noch andere Attraktionen, z.B. Bootstouren während welcher man Delphine und Robben beobachten kann. Außerdem können Sie angeln, tauchen oder sich einfach am Strand entspannen. Und natürlich ist die Stadt umgeben vom Namib-Naukluft-Park, einer der verzauberndsten Wüstenlandschaften Afrikas, die man hervorragend bei ein- oder mehrtägigen Safaris erkunden kann.

Cape Cross

Die Hauptattraktion am Cape Cross ist die Robbenansiedlung und die interessante Geschichte dieses Ortes.
Der erste Europäer, der seinen Fuß auf namibischen Boden setzte, war der portugiesische Entdecker Diego Cao (1486). Er errichtete hier das erste Steinkreuz zu Ehren von König Johannes von Portugal. Es war eine portugiesische Tradition, an Orten, an denen man anlegte, ein Kreuz aufzustellen. Diese Kreuze hatten mehrere Funktionen: sie waren ein Symbol des Christentums, ein Zeugnis für die Besitzrechte und auch landschaftliche Markierungen für vorbei fahrende Schiffe.
Die Robbenkolonie am Cape Cross ist die Brutstätte für Seelöwen. Entlang der namibischen und südafrikanischen Küste finden sich 24 Kolonien mit einer Robbenpopulation von ca. 650.000 Tieren, von denen 80.000 bis 100.000 am Cape Cross leben. Die Anzahl wird jährlich etwas reduziert, weil die Tiere nach wie vor gejagt werden und sie außerdem zu viele Fische fressen.
Außerhalb der Brutzeit wird man kaum männliche Robben bewundern können. Sie kommen Jahr für Jahr nur im Oktober, um ihr Revier zu markieren, welches sie mit ihrem Leben vor anderen Bullen verteidigen. Ein ausgewachsener Robbenbulle kann bis zu 190kg wiegen, zu Beginn der Brutzeit sogar bis zu 360kg.

Die Skeleton Coast

Die Attraktivität dieses abgelegenen Gebietes liegt in seiner Farbe, der wechselnden Stimmung und der Unberührtheit dieser Landschaft. Ihre geheimnisvolle und mächtige Ausstrahlung sind hauptsächlich in dem dichten Küstennebel begründet, der durch die kalte Benuelaströmung vom Arktischen Meer her entsteht und durch die Knochen, die immer wieder zerberstet am Strand gefunden wurden, denen der Park auch seinen Namen verdankt.
Die Landschaft im Park reicht von durch den Wind geformten Dünen bis hin zu zerklüfteten Canyons mit Wänden aus rotem Vulkangestein und ausschweifenden Bergketten. Seine flache Küste, die nur gelegentlich von Felsvorsprüngen unterbrochen wird, ist charakteristisch für den Park. Der südliche Teil wird von Kiesebenen bestimmt aber nördlich der Terrace Bay findet man hohe Dünen, die in unmittelbarer Nähe der Küste zu sehen sind.
Die Überbleibsel entlang der Küste gekenterter Schiffswracks sind Zeugnis dafür, dass viele Schiffe an diesen einsamen Klippen entlang gesegelt sein müssen.

Kuiseb

Dieser außergewöhnliche Canyon befindet sich an der Straße von Gamsberg. Die meiste Zeit des Jahres besteht der kurzlebige Kuiseb lediglich aus einem ausgetrockneten Sandbett. Manchmal passiert es, dass er im Herbst zwei bis drei Wochen lang Wasser führt, welches aber niemals das Meer erreicht.

 

Gamsberg

Naukluft mountains

Das Naukluftmassiv nördlich von Sesriem ist eine imposante natürliche Grenze, ein wilder Ort mit beeindruckenden Schluchten. Zunächst unter dem Namen „Mountain Zebra“ eröffnet, wurde es später in den Park eingefügt. Seit 1964 ein geschütztes Gebiet, erstreckt sich der Naukluft-Teil des Namib-Naukluft-Parks auf einem Plateau, welches von steilen Schluchten und weiten Ebenen, die sich mit den Dünen entlang der Atlantikküste vereinigen, durchzogen ist. Bergspitzen von über 2000 m Höhe ragen aus den Weiten von weißem und rosa Sand hervor.
Über die Jahrhunderte haben sich Flora und Fauna so entwickelt, dass sie es geschafft haben trotz der feindlichen Umgebung der Wüste Namib zu überleben. Drei sehr alte Flüsse haben ihre Quellen in den Naukluft Mountains: der Tsondab im Norden, der Tsams im Westen und der Tsauchab im Süden. Im Allgemeinen führen sie, außer in Zeiten starken Regens, kein Wasser. Diese Flüsse schufen tiefe Canyons, indem sie sich tief in die Felsformationen eingegraben haben und so den Fortbestand der reichhaltigen Wüstenvegetation erhalten haben. Diese paar Wasserströmungen haben kleine Seen hinterlassen, in denen man schwimmen kann.

Fish River Canyon

Der Fish River Canyon, gelegen entlang der niedrigeren Erstreckung des Fish River, ist eine der beeindruckendsten Schönheiten im südlichen Teil Namibias. Er enstand vorrangig in den Regenzeiten vor vielen Jahren. Mit einer Tiefe von 550m ist der Fish River Canyon nach dem Grand Canyon in den USA der zweitgrößte Canyon der Welt. Die gigantische Schlucht windet sich auf einer Strecke von ca. 160 km durch das zerklüftete Koubismassif bis hinunter nach Ai-Ais. Da der Fish River in Hardap gestaut wird, führt er für gewöhnlich nur sehr wenig Wasser, kann sich aber nach einem heftigen Regenfall in einen reißenden Strom verwandeln.
Der Fish River Canyon ist zu einem beliebten Ziel für Wanderer geworden. Für Wandertouren benötigen Sie eine gute Kondition, und diese Ausflüge sollten nur in den kühleren Wintermonaten zwischen Mai und September unternommen werden.

Außerdem benötigen Sie dafür eine Genehmigung von der Nature Conservation in Windhoek. Eine Wandertour dauert ca. 5 Tage und die zurückzulegende Strecke beträgt 86km. Leichtere – aber ebenfalls sehr attraktive – Wanderungen werden im angrenzenden privaten „Canyon Nature Park“ angeboten.

Lüderitz

Obwohl abgelegen an einer windigen Wüstenküste, überrascht Lüderitz seine Besucher dennoch. Es scheint, als sei die Zeit hier stehen geblieben. Die verlassenen und einsamen Strände bieten eine Heimat für Kolonien von Flamingos, Pinguinen und Robben.

 

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